Hero Slim Background

Magenentleerungs-Szintigraphie

Gastroparese oder Dumping-Syndrom objektiv messen

Die Magenentleerungs-Szintigraphie verfolgt eine radioaktiv markierte Testmahlzeit, während sie den Magen verlässt. Sie liefert objektive Messwerte, ob die Magenentleerung zu langsam (Gastroparese) oder zu schnell (Dumping-Syndrom) abläuft.

Indikationen

Wann ist die Magenentleerungs-Szintigraphie sinnvoll?

Indikationen für die Magenentleerungs-Szintigraphie

Verdacht auf Gastroparese
  • Wenn der Magen die Nahrung zu langsam entleert: Übelkeit, Erbrechen, frühzeitiges Sättigungsgefühl, Bauchschmerzen – häufig bei Diabetes mellitus, nach Magenoperationen oder idiopathisch.
Dumping-Syndrom
  • Zu schnelle Magenentleerung nach Magenoperationen (z. B. Gastrektomie, Magenbypass): Schwindel, Herzrasen, Schweißausbrüche nach dem Essen.
Verlaufskontrolle nach Magenoperationen
  • Überprüfung, ob eine Magenoperation die Entleerungsgeschwindigkeit normalisiert hat – oder ob sie eine Entleerungsstörung verursacht hat.
Therapiekontrolle bei bekannter Gastroparese
  • Zeigt, ob die medikamentöse Therapie (Prokinetika) die Magenentleerung verbessert hat.
Unklare Übelkeit und Völlegefühl
  • Wenn Gastroskopie und andere Untersuchungen keine strukturelle Ursache für anhaltende Übelkeit, Völlegefühl oder Blähungen gefunden haben.
Prätherapeutische Beurteilung
  • Vor Einleitung einer Prokinetika-Therapie oder vor interventionellen Verfahren (z. B. gastrische Elektrostimulation): Baseline-Messung der Entleerungsrate.

Für einen reibungslosen Ablauf

Vorbereitung auf einen Blick

Damit die Untersuchung optimal durchgeführt werden kann, beachten Sie bitte die folgenden Hinweise

Medikamente-Pause ist entscheidend: Prokinetika (Metoclopramid, Domperidon) beschleunigen die Magenentleerung und würden das Messergebnis verfälschen. Bitte konsequent 48 Stunden vor der Untersuchung pausieren – nach Rücksprache mit Ihrer Hausarztpraxis.

Nüchternheit (zwingend!)
  • Mindestens 4 Stunden vor der Untersuchung nüchtern
  • Kein Koffein (Kaffee, schwarzer Tee, Cola) am Untersuchungstag
  • Kein Nikotin 4 Stunden vor der Untersuchung
  • Kein Alkohol am Untersuchungstag
Medikamente pausieren
  • Prokinetika (Metoclopramid / Domperidon / Erythromycin) 48 Stunden vorher pausieren
  • Opioide nach Rücksprache ggf. pausieren (verlangsamen Magenentleerung)
  • Alle anderen Medikamente nach Rücksprache eingnehmen
  • Medikamentenliste mitbringen
Kleidung & Komfort
  • Lockere, bequeme Kleidung – kein Metall oder enge Gürtel im Bauchbereich
Wichtige Unterlagen
  • Überweisung, Magenspiegelungs-Befunde, OP-Berichte
  • Aktuelle Laborwerte (Blutzucker wichtig bei Diabetikern)
  • Diabetiker: Blutzucker sollte unter 200 mg/dl liegen

Risiken & Nebenwirkungen

Sicher behandelt

Die Verfahren gelten als sehr sicher. Kleine Blutergüsse an der Einstichstelle sind möglich; schwerwiegende Nebenwirkungen sind extrem selten. Allergische Reaktionen treten in weniger als 1 von 100.000 Fällen auf. Während der Belastungsphase können kurzzeitig Brustdruck, Atemnot, Kopfschmerzen, Hitzegefühl oder Schwindel auftreten. Diese Beschwerden sind meist mild und vorübergehend – unser Team ist darauf vorbereitet. Die Strahlenbelastung liegt unter einer CT des Brustkorbs und entspricht wenigen Röntgenaufnahmen. Schwangere werden nur bei zwingender Indikation untersucht; stillende Mütter sollten 24 h abpumpen und verwerfen. Bitte informieren Sie uns, falls eine Schwangerschaft möglich ist.

verständlich erklärt

Strahlenbelastung

≈ 0,5 mSv Effektive Dosis

Die Magenentleerungs-Szintigraphie gehört zu den nuklearmedizinischen Untersuchungen mit geringer Strahlenexposition. Die effektive Dosis liegt – abhängig vom Untersuchungsprotokoll – häufig im Bereich von etwa 0,3 bis 1 mSv. Durch die Verwendung kleiner Mengen radioaktiv markierter Testnahrung wird die Strahlenbelastung so niedrig wie diagnostisch sinnvoll gehalten.

Die Untersuchung ist gut verträglich und erfolgt ohne invasive Eingriffe.

Gut zu wissen

Fragen zur Nebenschilddrüsen-Szintigraphie

Gastroparese bedeutet ‚Magenlähmung‘: Der Magen entleert seinen Inhalt zu langsam in den Dünndarm. Die Symptome – anhaltende Übelkeit, Erbrechen, frühzeitiges Sättigungsgefühl und Oberbauchschmerzen – entstehen, weil die Magenmuskulatur nicht ausreichend kontrahiert. Häufige Ursachen sind Diabetes mellitus (diabetische Gastroparese), Zustand nach Magenoperationen oder idiopathisch (ohne bekannte Ursache).