Das Prostatakarzinom ist der häufigste solide Tumor des Mannes – und eines der Krankheitsbilder, bei denen die Nuklearmedizin den größten diagnostischen Fortschritt der letzten Jahre erzielt hat. Der Grund liegt in der molekularen Biologie: Prostatakarzinomzellen überexprimieren auf ihrer Oberfläche das sogenannte Prostata-spezifische Membranantigen (PSMA). Radioaktiv markierte PSMA-Liganden binden mit außergewöhnlich hoher Spezifität an dieses Protein.
In der prospektiven proPSMA-Studie zeigte die PSMA PET/CT im Vergleich zur konventionellen Bildgebung (CT und Knochenszintigraphie) eine deutlich höhere diagnostische Genauigkeit bei Patienten mit Hochrisiko-Prostatakarzinom. Zudem führte die PSMA PET/CT häufiger zu einer Anpassung des weiteren therapeutischen Vorgehens als die konventionelle Bildgebung.
Besonders beim biochemischen Rezidiv – wenn der PSA-Wert nach einer Operation oder Strahlentherapie ansteigt, ohne dass im CT eine eindeutige Ursache erkennbar ist – kann die PSMA PET/CT eingesetzt werden, um mögliche Tumorherde im Körper zu lokalisieren. Die Nachweiswahrscheinlichkeit hängt dabei unter anderem von der Höhe des PSA-Wertes ab. Die Ergebnisse können dazu beitragen, das weitere therapeutische Vorgehen gezielter zu planen, zum Beispiel im Hinblick auf eine lokale oder systemische Therapie.
Bei Rubi Nuklearmedizin führen wir die PSMA PET/CT nach den Leitlinien der DGN und EAU durch.
PSMA PET/CT vs. klassische Prostatadiagnostik
CT und MRT zeigen primär anatomische Strukturen. Sie erkennen vergrößerte Lymphknoten – können aber nicht unterscheiden, ob diese reaktiv entzündlich oder tumorbefallen sind. Die PSMA PET/CT zeigt biologische Aktivität auf molekularer Ebene: Sie erkennt tumortragende Lymphknoten, die im CT unauffällig erscheinen, und lokalisiert Knochenmetastasen vor CT-sichtbaren Veränderungen.
Das Ergebnis: Die proPSMA-Studie zeigte, dass die PSMA PET/CT beim Primärstaging von Patienten mit Hochrisiko-Prostatakarzinom eine höhere diagnostische Genauigkeit aufweist als die Kombination aus CT und Knochenszintigraphie