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Nieren-Szintigraphie (MAG3 & DMSA)

Nierenfunktion seitengetrennt messen

Die Nieren-Szintigraphie untersucht die Funktion beider Nieren getrennt und kann Hinweise auf eine mögliche Abflussstörung des Urins geben. Sie wird eingesetzt, um die Nierenfunktion zu beurteilen und Veränderungen der Harnableitung frühzeitig zu erkennen

Indikationen

Wann ist die Nierenszintigraphie sinnvoll?

Indikationen für die Nierenszintigraphie

Harnabflussstörung (Obstruktion)
  • Abklärung, ob eine Erweiterung des Nierenbeckens (Hydronephrose) durch eine echte mechanische Abflussbehinderung oder eine nicht-obstruktive Dilatation verursacht wird.
Seitengetrennte Nierenfunktion
  • Messung des prozentualen Funktionsanteils jeder Niere einzeln – entscheidend vor Nierenteilresektion, Nierenspende oder bei Nierenarterienstenose.
Renovaskuläre Hypertonie
  • Abklärung, ob ein erhöhter Blutdruck durch eine Nierenarterienstenose verursacht wird – Captopril-Szintigraphie als funktioneller Test.
Nierenpyelonephritis – Narbennachweis
  • • Die DMSA-Szintigraphie kann Veränderungen und Narben im Nierengewebe nach einer Nierenbeckenentzündung darstellen.
Vor Nierenteilresektion
  • Beurteilung der verbleibenden Nierenfunktion vor Entfernung eines Nierentumors, um das postoperative Nierenversagen-Risiko abzuschätzen.
Verlaufskontrolle transplantierter Nieren
  • Funktionsmonitoring nach Nierentransplantation – Nachweis einer Abstoßungsreaktion oder vaskulären Komplikation.

Für einen reibungslosen Ablauf

Vorbereitung auf einen Blick

Damit die Untersuchung optimal durchgeführt werden kann, beachten Sie bitte die folgenden Hinweise

Hydrierung (wichtig!)
  • Ca. 30–60 Minuten vor der Untersuchung mindestens 0,75–1 Liter Wasser trinken
  • Volle Blase bitte vor Beginn entleeren
  • Keine Nüchternheit erforderlich – normale Mahlzeiten erlaubt
Medikamente
  • ACE-Hemmer (z. B. Ramipril, Enalapril) ggf. nach ärztlicher Anweisung 2–3 Tage pausieren (relevant für Captopril-Szintigraphie)
  • Diuretika nach Rücksprache
  • Alle anderen Medikamente wie gewohnt einnehmen
Wichtige Unterlagen

Bitte bringen Sie mit:

  • Aktuelle Laborwerte: Kreatinin, GFR
  • Überweisung mit Fragestellung
  • Ultraschall-Befund der Nieren falls vorhanden
  • Frühere Nieren-Szintigraphie-Befunde

Risiken & Nebenwirkungen

Sicher behandelt

Die Verfahren gelten als sehr sicher. Kleine Blutergüsse an der Einstichstelle sind möglich; schwerwiegende Nebenwirkungen sind extrem selten. Allergische Reaktionen treten in weniger als 1 von 100.000 Fällen auf. Während der Belastungsphase können kurzzeitig Brustdruck, Atemnot, Kopfschmerzen, Hitzegefühl oder Schwindel auftreten. Diese Beschwerden sind meist mild und vorübergehend – unser Team ist darauf vorbereitet. Die Strahlenbelastung liegt unter einer CT des Brustkorbs und entspricht wenigen Röntgenaufnahmen. Schwangere werden nur bei zwingender Indikation untersucht; stillende Mütter sollten 24 h abpumpen und verwerfen. Bitte informieren Sie uns, falls eine Schwangerschaft möglich ist.

verständlich erklärt

Strahlenbelastung

1–2 mSv effektive Dosis

Die Strahlenexposition einer Nierenszintigraphie ist gering und hängt vom verwendeten Radiopharmakon sowie vom Untersuchungsprotokoll ab. Sie liegt in der Regel im Bereich von etwa 1 bis 2 mSv und entspricht damit ungefähr der natürlichen Strahlenexposition innerhalb eines Jahres in Deutschland.

Die Nierenszintigraphie zählt zu den strahlenarmen nuklearmedizinischen Untersuchungen. Durch sorgfältig abgestimmte Aktivitätsmengen wird die Strahlenexposition so niedrig wie diagnostisch sinnvoll (ALARA-Prinzip) gehalten.

Gut zu wissen

Fragen zur Nieren-Szintigraphie (MAG3 & DMSA)

MAG3 (Technetium-99m-Mercaptoacetyltriglycin) wird von den Nierentubuli aktiv sezerniert – ideal für dynamische Messungen von Filtration, Ausscheidung und Harnabfluss. DMSA (Dimercaptobernsteinsäure) lagert sich in den Nierentubuluszellen fest ein – ideal für statische Bilder der Nierenrinde, Narbennachweis und seitengetrennte Funktionsmessung. Welcher Tracer für Ihre Fragestellung geeignet ist, entscheidet unser Ärzteteam.