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Lungen-Szintigraphie (V/Q-Scan)

Lungenembolie erkennen – ohne iodhaltiges Kontrastmittel

Die Lungen-Szintigraphie (Ventilations-/Perfusionsszintigraphie) ist ein etabliertes bildgebendes Verfahren zur Abklärung einer Lungenembolie. Sie kann insbesondere eingesetzt werden, wenn eine CT-Untersuchung mit iodhaltigem Kontrastmittel nicht möglich ist, zum Beispiel bei Kontrastmittelallergie, eingeschränkter Nierenfunktion oder in der Schwangerschaft.

Indikationen

Wann ist die Lungen-Szintigraphie sinnvoll?

Indikationen für die Lungen-Szintigraphie

Verdacht auf Lungenembolie
  • Klinischer Verdacht auf eine akute Lungenembolie bei gleichzeitiger Kontraindikation gegen CT-Kontrastmittel (Allergie oder Niereninsuffizienz).
Kontrastmittelallergie
  • Wenn eine CT-Pulmonalisangiografie wegen Jodallergie nicht möglich ist, ist die V/Q-Szintigraphie die sichere Alternative ohne Kontrastmittel.
Chronisch-thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH)
  • Bei Verdacht auf eine chronisch-thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH) ist die Lungen-Szintigraphie (V/Q-Scan) ein zentrales Untersuchungsverfahren.
  • Sie eignet sich besonders gut, um Durchblutungsstörungen der Lunge nachzuweisen oder auszuschließen.
Lungenembolie in der Schwangerschaft
  • Die Lungen-Szintigraphie (V/Q-Scan) kann – abhängig von der individuellen Situation und dem Röntgenbefund – eine geeignete Alternative zur CT-Angiographie darstellen.
  • Ziel ist eine möglichst sichere Diagnostik bei gleichzeitig möglichst geringer Strahlenbelastung für Mutter und Kind.
Präoperative Lungenfunktionsbeurteilung
  • Vor einer Lungenoperation (Lobektomie, Pneumonektomie): Wie viel Funktionsanteil hat der zu operierende Lungenabschnitt? Wie viel Funktion verbleibt?
Atemnot (Dyspnoe) unklarer Ursache
  • Differenzierung von Perfusionsdefekten als Ursache unklarer Dyspnoe, wenn echokardiografische und spirometrische Befunde keine Erklärung liefern.

Für einen reibungslosen Ablauf

Vorbereitung auf einen Blick

Damit die Untersuchung optimal durchgeführt werden kann, beachten Sie bitte die folgenden Hinweise

Wichtig: Ein aktuelles Röntgen- oder CT-Thorax-Bild ist für die korrekte Interpretation unbedingt erforderlich. Bitte bringen Sie die Bilder und den Befundbericht mit oder stellen Sie sicher, dass sie uns vorab digital vorliegen.

Ernährung & Hydrierung
  • Keine Nüchternheit erforderlich
  • Normale Mahlzeiten und Getränke erlaubt
  • Nach der Untersuchung viel Wasser trinken
Medikamente
  • Alle Medikamente wie gewohnt einnehmen
  • Eigene O₂-Therapiegeräte oder Inhaler bitte mitbringen
  • Medikamentenliste mitbringen
Wichtige Unterlagen
  • Aktuelle Röntgen- oder CT-Aufnahmen des Brustkorbs (sehr wichtig für Befundinterpretation)
  • Überweisung mit klinischer Fragestellung (insbes. D-Dimer-Wert, klinische Wahrscheinlichkeit)
  • Krankenhausberichte und Arztbriefe

Risiken & Nebenwirkungen

Sicher bahndelt

Die Verfahren gelten als sehr sicher. Kleine Blutergüsse an der Einstichstelle sind möglich; schwerwiegende Nebenwirkungen sind extrem selten. Allergische Reaktionen treten in weniger als 1 von 100.000 Fällen auf. Während der Belastungsphase können kurzzeitig Brustdruck, Atemnot, Kopfschmerzen, Hitzegefühl oder Schwindel auftreten. Diese Beschwerden sind meist mild und vorübergehend – unser Team ist darauf vorbereitet. Die Strahlenbelastung liegt unter einer CT des Brustkorbs und entspricht wenigen Röntgenaufnahmen. Schwangere werden nur bei zwingender Indikation untersucht; stillende Mütter sollten 24 h abpumpen und verwerfen. Bitte informieren Sie uns, falls eine Schwangerschaft möglich ist.

verständlich erklärt

Strahlenbelastung

≈ 2-4 mSv Effektive Dosis

Die Strahlenexposition einer Lungen-Szintigraphie hängt vom Untersuchungsprotokoll und den verwendeten Radiopharmaka ab. Bei einer Ventilations-/Perfusionsszintigraphie liegt die effektive Dosis häufig im Bereich von etwa 2 bis 5 mSv. Damit entspricht die Untersuchung ungefähr der ein- bis zweifachen natürlichen Strahlenexposition eines Jahres in Deutschland.

Im Vergleich zur CT-Pulmonalisangiographie bietet die Lungen-Szintigraphie den Vorteil, dass sie ohne jodhaltiges Kontrastmittel auskommt und je nach Protokoll mit einer geringeren Strahlenbelastung verbunden sein kann.

Besonders bei speziellen Situationen wie Kontrastmittelallergie, eingeschränkter Nierenfunktion oder in der Schwangerschaft kann dies relevant sein.

Gut zu wissen

Fragen zur Lungen-Szintigraphie (V/Q-Scan)

Die V/Q-Szintigraphie ist die bevorzugte Methode bei: Kontrastmittelallergie (kein iodhaltiges Kontrastmittel nötig), Niereninsuffizienz (kein nephrotoxisches Kontrastmittel), in der Schwangerschaft (geringere Strahlendosis für Mutter und Fetus) und bei chronisch-thromboembolischer pulmonaler Hypertonie (CTEPH), wo der V/Q-Scan sogar sensitiver als die CT ist.