Hero Slim Background

Diagnostik

Nebenschilddrüsen-Szintigraphie

Die Nebenschilddrüsen-Szintigraphie lokalisiert ein überaktives Nebenschilddrüsen-Adenom, das die Ursache eines erhöhten Kalziumspiegels ist. Die genaue präoperative Lokalisation ermöglicht einen minimal­invasiven Eingriff an der Stelle des einzelnen Adenoms – statt einer aufwändigen Halsexploration.

Indikationen

Wann ist die Nebenschilddrüsen-Szintigraphie sinnvoll?

Indikationen für die Nebenschilddrüsen-Szintigraphie

Primärer Hyperparathyreoidismus (pHPT)
  • Erhöhter Kalziumspiegel und erhöhtes Parathormon (PTH) – die Szintigraphie lokalisiert das verantwortliche Adenom für die minimalinvasive Parathyreoidektomie.
Erhöhte Parathormon- und Kalziumwerte
  • Biochemisch gesicherter Hyperparathyreoidismus vor geplantem Eingriff: Wo sitzt das Adenom – am Hals oder ektop im Mediastinum?
Präoperative Lokalisationsdiagnostik
  • Entscheidet, ob eine minimalinvasive Hemithyreoidektomie möglich ist (singuläres Adenom) oder ob eine bilaterale Halsexploration erforderlich wird (Mehrdrüsenerkrankung).
Ektopes Nebenschilddrüsenadenom
  • Adenome können ektop (z. B. im Mediastinum, hinter der Speiseröhre) liegen. Die SPECT/CT findet sie auch an atypischen Orten.
Rezidiv nach Operation
  • Persistierender oder rezidivierender Hyperparathyreoidismus nach vorangegangener Parathyreoidektomie – Suche nach verbliebenen oder neuaufgetretenen Adenomen.
Ausschluss einer Mehrdrüsenerkrankung
  • Differenzierung zwischen singulärem Adenom (70–80% der Fälle) und Mehrdrüsenerkrankung (Hyperplasie, multiple Adenome), die eine andere chirurgische Strategie erfordert.

Für einen reibungslosen Ablauf

Vorbereitung auf einen Blick

Damit die Untersuchung optimal durchgeführt werden kann, beachten Sie bitte die folgenden Hinweise

Jod-Karenz beachten: Jodhaltiges Kontrastmittel (z. B. CT-Kontrastmittel) und jodhaltige Präparate können die Bildqualität erheblich beeinflussen. Wenn in den letzten 3 Monaten eine CT mit Kontrastmittel durchgeführt wurde, bitte vorab mit uns Rücksprache halten.

Ernährung
  • Keine Nüchternheit erforderlich
  • Normale Mahlzeiten und Getränke erlaubt
  • Ausreichend Wasser trinken
Medikamente (wichtig!)
  • Kein iodhaltiges Kontrastmittel in den letzten 3 Monaten
  • Keine Brompräparate (z. B. manche Hustenmittel) in den letzten 3 Monaten
  • Keine jodhaltigen Desinfektionsmittel verwenden
  • Aktuelle Schilddrüsen-Medikamente (Packung + Dosierung) mitbringen
Kleidung & Komfort
  • Bequeme Kleidung
  • Kein Schmuck im Halsbereich
Wichtige Unterlagen
  • Fachärztliche Überweisung
  • Aktuelle Schilddrüsenlaborwerte: TSH, fT4 (nicht älter als 6 Monate)
  • Kalzium, Parathormon (PTH), ggf. 25-OH-Vitamin D
  • Ultraschall-Befund von Hals/Schilddrüse falls vorhanden
  • OP-Berichte bei Voroperationen am Hals

Risiken & Nebenwirkungen

Sicher behandelt

Die Verfahren gelten als sehr sicher. Kleine Blutergüsse an der Einstichstelle sind möglich; schwerwiegende Nebenwirkungen sind extrem selten. Allergische Reaktionen treten in weniger als 1 von 100.000 Fällen auf. Während der Belastungsphase können kurzzeitig Brustdruck, Atemnot, Kopfschmerzen, Hitzegefühl oder Schwindel auftreten. Diese Beschwerden sind meist mild und vorübergehend – unser Team ist darauf vorbereitet. Die Strahlenbelastung liegt unter einer CT des Brustkorbs und entspricht wenigen Röntgenaufnahmen. Schwangere werden nur bei zwingender Indikation untersucht; stillende Mütter sollten 24 h abpumpen und verwerfen. Bitte informieren Sie uns, falls eine Schwangerschaft möglich ist.

verständlich erklärt

Strahlenbelastung

≈ 2 mSv Effektive Dosis

Entspricht der natürlichen Jahresdosis. Klinisch sehr gut verträgliches Verfahren.

Gut zu wissen

Fragen zur Nebenschilddrüsen-Szintigraphie

Die vier Nebenschilddrüsen (je ca. 30–50 mg) liegen hinter der Schilddrüse und produzieren Parathormon (PTH), das den Kalziumspiegel im Blut reguliert. Wenn eine Nebenschilddrüse ein Adenom (gutartiger Tumor) entwickelt, produziert sie unkontrolliert zu viel PTH – der Kalziumspiegel steigt an. Das führt langfristig zu Nierensteine, Osteoporose und anderen Beschwerden. Die Therapie ist die chirurgische Entfernung des Adenoms.